Tablet für Mohammad

Tablet für Mohammad

Wir besuchten den 3 Jahre alten Mohammad, der an einem Burkitt-Lymphom leidet und seinen Vater für die Wunschholung im St.Anna Kinderspital, da die kleine Familie derzeit kein richtiges Zuhause hat. Die beiden leben im Flüchtlingslager in Traiskirchen. Da sie erst vor ein paar Monaten aus Pakistan für die Behandlung von Mohammad nach Österreich gekommen sind, sprechen die beiden leider auch kein Deutsch, wodurch die Wunschholung erschwert wurde. Jedoch war die Tante eines anderen Wunschkindes, welches sich ebenfalls im St. Anna Kinderspital befand, so nett, für uns zu übersetzen.

Sie teilten uns mit, dass sie sich ein Tablet wünschen, da ihnen ihres im Lager gestohlen wurde. Da die beiden nicht viel besitzen, fanden wir, dass das ein gutes Geschenk ist, um Mohammad von den Therapien und dem grauen Alltag abzulenken. Der Vater teilte uns auch mit, dass sein Sohn sich sehr für Fußball interessiert und deshalb kauften wir ihm auch einen Ball.

Durch die Sprachbarriere und keine Telefonnummer des Vaters erwies sich das Vereinbaren eines Zusammentreffens als etwas schwierig, also vereinbarten wir ein Treffen vor dem Flüchtlingslager Traiskirchen. Wir wurden von einer sehr netten Dolmetscherin begleitet, die sogar schon im Lager gearbeitet hat. Wir mussten beim Eingang warten, da die Vorlagen dort sehr streng sind. Mithilfe der Dolmetscherin und des Portiers war das Zusammentreffen am Eingang möglich.

Danach gingen wir in ein Lokal in der Nähe, um ein angenehmeres Umfeld für die Wunscherfüllung zu schaffen. Wir tranken eine Tasse „chai“, worauf uns der Vater einladen wollte.  Mit Mohammad gingen wir in das dazugehörige Geschäft, damit er sich Naschereien aussuchen konnte. Der Vater erzählte uns von den Umständen, die ihn nach Österreich geführt haben. Als bei Mohammad der Krebs diagnostiziert wurde, wurde er in Pakistan operiert, doch der Vater hatte Sorge, dass die Ärzte etwas falsch gemacht haben und als er feststellte, dass er sich die weiteren Therapien nicht leisten konnte, kam er mit seinem Sohn nach Österreich. Dabei musste er aber seine Frau und noch zwei weitere Kinder in seiner Heimat zurücklassen. Er erzählte uns auch, dass er am Tag der Wunscherfüllung einen Brief bekam, dass er vermutlich nach Polen abgeschoben wird, da dass das erste Land war, das er bei seiner Flucht besucht hat. Mohammad ist zwar zum Glück schon geheilt, jedoch muss er noch für ein Jahr zu Kontrollterminen gehen und deshalb versucht der Vater mit seinem Sohn hierbleiben zu dürfen.

Wir verpackten die Geschenke in einem Beutel, den Mohammad dann auch als Tasche verwenden kann. Am Anfang zeigte er sich sehr schüchtern und zurückhaltend, aber mit der Zeit wurde er immer aufgeweckter und packte freudig die Geschenke aus. Als er den Ball entdeckte blühte er richtig auf. Wir spielten mit ihm mit dem Ball, worüber er sich sehr freute und gar nicht mehr aufhören wollte. Wir blödelten noch ein wenig herum bis wir schlussendlich wieder zurück zum Lager gingen, wo sich der Vater herzlich bei uns bedankte.

Die Lebensumstände sind sehr schwierig für Mohammad und seine Familie. Es war auch für uns eine neue Erfahrung, einen kleinen Einblick in das Leben der Menschen fernab von der restlichen Familie, ohne richtiges Zuhause und Privatsphäre zu erleben. Wir glauben, wir konnten dem Jungen mit unserer Wunscherfüllung eine Freude bereiten. Wir wünschen ihnen auf jeden Fall alles Gute und wir werden uns bestimmt noch lange an diese Wunscherfüllung erinnern.

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